Einleitung

Ein automatisierter externer Defibrillator (AED, ugs. Laiendefibrillator) ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen durch Abgabe von Stromstößen. Im Gegensatz zu Defibrillatoren aus dem Rettungsdienst oder Kliniken sind AEDs wegen ihrer Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet.

Siehe hier auch in der Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Automatisierter_externer_Defibrillator

Da die Überlebenschance der Betroffenen mit jeder Minute, die ohne Frühdefibrillation verstreicht, um ca. 10 % sinkt, soll das therapiefreie Intervall bis zur Versorgung des Herzpatienten durch Rettungsdienst und Notarzt durch eine möglichst frühzeitige Defibrillation verkürzt werden. Daher werben seit 2001 alle namhaften Hilfsorganisationen für den Einsatz von AEDs auch im öffentlichen Umfeld. So existieren mittlerweile zahlreiche heterogene Inselprojekte mit teilweise öffentlich zugänglichen AEDs. Diese als Public Access Defibrillators (PAD) eingesetzten öffentlichen AEDs finden sich etwa in Flughäfen, Bahnhöfen, Fußballstadien und anderen öffentlichen Gebäuden. Meist sind die AEDs im Eingangsbereich von Gebäuden oder im Sanitätsraum platziert.

Im US-amerikanischen Raum sind AEDs schon weit verbreitet, aber auch in Europa ist eine Tendenz zur Aufstellung von AEDs zu erkennen. In Deutschland sind AEDs in immer mehr Unternehmen, aber auch im öffentlichen Raum zum Beispiel in den Haltestellen der Münchner U-Bahn, auf großen Flughäfen und in öffentlichen Einrichtungen (beispielsweise im Landtag in Nordrhein-Westfalen, in den Katasterämtern in Rheinland-Pfalz) vorhanden.

Um richtlinienkonform zu lehren, haben sich alle ausbildenden Stellen darauf geeinigt, dass seit 2011 in jedem Erste-Hilfe-Kurs auch ein AED vorgestellt wird. In einigen Nachbarländern Deutschlands (wie Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Schweiz und Österreich) ist die Tendenz zu regelmäßigen Schulungen an AEDs zu beobachten.

Defibrillator (AED) - "Der lebensrettende Strom"

Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Aus diesem Grund setzt sich der BRK Kreisverband Bayreuth seit mehr als zehn Jahren für die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe und der Vermittlung von erweiterten Kenntnissen im Umgang mit der sogenannten Frühdefibrillation ein. Bereits bei mehreren dokumentierten Fällen konnte auf diese Weise das Herz wieder in Gang gebracht und der Mensch gerettet werden.

Der lebensrettende Stromstoß eines automatischen Defibrillators ("automatic external defibrillator", kurz AED) kann in der Zeit vor Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes auch durch geschulte Ersthelfer erfolgen. Frühzeitige Defibrillation erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Herzkammerflimmern signifikant! Mit jeder weiteren Minute nach Beginn des Herzkammerflimmerns sinkt die Überlebensrate hingegen um 10%!

Tragen auch Sie mit der Registrierung Ihres Defibrillators dazu bei, dass sich die Sicherheit der Bürger in unserem Leitstellenbereich erhöht! Nur wenn die Leitstelle bereits bei der Entgegennahme des Notrufes die Anrufer darauf hinweisen kann, dass in der Nähe ein öffentlich zugänglicher Defibrillator zur Verfügung steht, kann dieser auch zielgerichtet zur Rettung eines Menschenlebens eingesetzt werden. Wir hinterlegen die Standortdaten ihres Defibrillators (AED) in unserem Leitsystem und in unserer Datenbank auf der Internetseite. Hierdurch ist bestmöglich sicher gestellt, dass der "lebensrettende Strom" auch tatsächlich fließen kann.



Rechtliche Situation

Der Einsatz eines automatisierten externen Defibrillators (AED) durch Laien im Rahmen der Ersten Hilfe ist rechtlich unbedenklich. Grundsätzlich ist ein AED ein aktives Medizinprodukt, d. h. für die Organisation im Rahmen der betrieblichen Erste-Hilfe sind das Medizinproduktegesetz (MPG) und die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) maßgeblich. Es ist 1. ein Medizinproduktebuch zu führen, es darf 2. nur der Hersteller oder eine dazu befugte Personen, die im Einvernehmen mit dem Hersteller handelt, den AED am Betriebsort einer Funktionskontrolle unterziehen, es muss 3. ein Medizinprodukte-Beauftragter beim Betreiber benannt und in den sachkundigen Betrieb des Produkts eingewiesen worden sein, 4. unterliegen AEDs grundsätzlich sicherheitstechnischen Kontrollen (STKs).

Zu 3.) Der Medizinprodukte-Beauftragte kann das übrige betriebliche Personal unterweisen. In der Praxis findet die Erstunterweisung in einem umfänglicheren Rahmen für möglichst viele betriebliche Ersthelfer statt. § 5 Abs. 4 der Medizinprodukte-Betreiberverordnung regelt, dass Medizinprodukte, die für die Verwendung durch Laien vorgesehen sind, auch ohne Einweisung betrieben werden dürfen. Außerdem darf im Notfall (rechtfertigender Notstand; § 34 StGB) ein AED auch von nicht eingewiesenem Personal am Patienten angewendet werden.

zu 4.) Ein neuer Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Änderung der MPBetreibV vom 07.12.2015 sieht in § 10 Absatz 2 (Entwurf) vor, dass bei AEDs im öffentlichen Raum (an Bahnhöfen, Flughäfen usw.) eine sicherheitstechnische Kontrolle entfallen kann, wenn der AED selbsttestend ist und eine regelmäßige Sichtprüfung durch den Betreiber stattfindet. Diese Rechtsänderung soll zum 01.01.2017 in Kraft treten.

Es empfiehlt sich eine Ausschilderung analog zu den Feuerlöschern. Für AED-Besitzer, deren Mitarbeiter bei den Berufsgenossenschaften versichert sind, gilt eine jährliche Unterweisungspflicht.

 

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